Literatur und Gedächtnis #systemtheorie
von Kusanowsky
Mirjam-Kerstin Holl: Semantik und soziales Gedächtnis. Die Systemtheorie Niklas Luhmanns und die Gedächtnistheorie von Aleida und Jan Assmann. Würzburg 2003.
Obgleich die Systemtheorie ebenso wie Theorien zum kollektiven Gedächtnis aus der aktuellen kulturwissenschaftlichen Debatte kaum mehr wegzudenken sind, mangelt es bislang an Versuchen, sie in einen wechselseitigen Dialog treten zu lassen. Mirjam-Kerstin Holl erprobt diese produktive Synthese und gelangt auf diese Weise zu einem Literaturkonzept, das die Besonderheiten und Privilegien des Symbolsystems Literatur ebenso begreifbar macht wie die Funktionen, die Literatur als Sozialsystem übernehmen kann.
Rezension von Dr. habil. Birgit Neumann:
Mit ihrer Dissertationsschrift Semantik und soziales Gedächtnis hat Mirjam-Kerstin Holl eine ebenso innovative wie gehaltvolle Arbeit vorgelegt, die gleich mehrere Desiderata einer kulturwissenschaftlich orientierten Literaturwissenschaft erfüllt. Erstens nähert sich Holl zwei zentralen theoretischen Konzepten – der kulturwissenschaftlichen Gedächtnistheorie Aleida und Jan Assmanns sowie Niklas Luhmanns Systemtheorie – und präzisiert die in aktuellen kulturwissenschaftlichen Diskussionen oftmals nur vage explizierten Theorien in konzeptueller und methodischer Hinsicht…
@kusanowsky : also, Klaus, ich betone nochmals, dass ich es für überaus wünschenswert halte, wenn Du Dir Deine Sammelmühe hier zur Zusammenfügung aller Deiner kleinen und größeren Gedankentexte zur Systemtheorie und einschlägiger Umgebung nicht wirklich umsonst gemacht haben willst: Diese Sammlung MUSS veröffentlicht werden, weil sie gleich zwei Rezipientenkreise hätte und bedienen würde: 1) Jene Luhmannkenner, die nicht borniert sind und über ihren Tellerrand zu blicken geneigt und geübt sind, und 2) alle die vielen anderen, die sich bislang einfach nicht an diesen – wie sie meinen – verdammt schwierigen Luhmann herangetraut haben.
Glaube mir, solch ein Ding könnte Furore machen. Sage den Leuten deutlich, dass sie hier keine Einführung bekommen, sondern – mit Augenzwinkern – eher eine „Ausführung“ und mache ihnen klar, dass es ja so böse niemals gemeint sein soll, und dass mensch es vielleicht versönlich auch eine liebevolle Hinführung nennen dürfte. In die Hände geklatscht und ans Werk !