Differentia

Monat: Dezember, 2009

Risiko und Moral

Zur Einführung wäre zu lesen:
Kneer/Nassehi: Niklas Luhmanns Theorie sozialer Systeme, UTB 3/1997, S. 104-107. Hier auch mit Bezug auf das Moralparadox S. 178ff. Und Luhmann selbst: Die Moral des Risikos und das Risiko der Moral, in: G. Bechmann: Risiko und Gesellschaft, Westdeutscher Verlag 1993 (hier vor allem interessant: Die Funktion von Wirtschaft und Politik bei der Entparadoxierung der Moral).
Außerdem natürlich Luhmann, SoSy, S. 318ff. und GdG, S. 396ff. u. 1036ff.

Werbung

Kriminalität und Risiko

Strafjustiz stellt nichts über Kriminalität her, sondern Fälle und Entscheidungen; insofern lässt sich zwischen z. B. in „Legitimation durch Verfahren“ und Das „Recht der Gesellschaft“ einiges finden. Man aber den Eindruck bekommen, dass Luhmann eher zivil- als strafrechtlich orientiert war und die Differenzen zwischen Zivil- und Strafverfahren eher unter- als überbewertet hat. Nachzulesen wären auch Luhmanns Beiträge zur Öffentlichkeit und zu den Massenmedien.
Es gibt Ansätze zur Beschreibung von Kriminalität – ohne Anspruch, vollständig und zielgenau zu sein:

Prittwitz, Cornelius. Strafrecht und Risiko. Untersuchungen zur Krise von Strafrecht und Kriminalpolitik in der Risikogesellschaft. Juristische Abhandlungen. Hg. von Wolfgang Naucke, Bd. XXII. Frankfurt/M.: Klostermann.
Einschlaegig wohl auch einzelne Beitraege in:
Frehsee, Detlev, Gabi Löschper, and Gerlinda Smaus, Hg. Konstruktion der Wirklichkeit durch Kriminalität und Strafe. Interdisziplinäre Studien zu Recht und Staat, Bd. 5. Baden-Baden: Nomos, 1997.

Der folgende Aufsatz hat eine ausfuehrliche und teils erbitterte Diskussion
ausgeloest, die nicht nur im Kriminologischen Journal gefuehrt wurde:

Hess, Henner and Sebastian Scheerer. „Was ist Kriminologie? Skizze einer konstruktivistischen Kriminalitätstheorie.“ Kriminologisches Journal 29.2 (1997): 83-155.

Linder, Joachim, and Claus-Michael Ort. „Zur sozialen Konstruktion der Übertretung und zu ihrer Repräsentation im 20. Jahrhundert.“ Verbrechen – Justiz – Medien. Konstellationen in Deutschland von 1900 bis zur Gegenwart. Hg. von Joachim Linder und Claus-Michael Ort in Zusammenarbeit mit Jörg Schönert und Marianne Wünsch. Studien und Texte zur Sozialgeschichte der Literatur, Bd. 70. Tübingen: Niemeyer, 1999. 3-80.

%d Bloggern gefällt das: