Erfahrung und die Formen der Erfahrung

von Kusanowsky

Kant unterscheidet zwischen Erfahrung und den Formen der Erfahrung, die ihrerseits nicht empirisch zugänglich sind, sondern in der Reflexion auf ihre Vorbedingungen erschlossen werden. Die Erfahrung als solche ist der Erfahrung nicht zugänglich. Dem entgegen ist Luhmann zufolge Beobachtung immer eine empirisch beobachtbare Operation.
Entsprechend unterscheidet Luhmann nicht zwischen einer empirischen und einer transzendentalen Ebene. Beobachtung im Sinn von „Unterscheiden und Bezeichnen“ umfasst nicht nur Kants Erfahrung, sondern auch die Überlegungen über ihre Vorbedingungen. Diese Begriffsfassung führt aber dazu, dass die Transzendentaltheorie nicht mehr als alternativer theoretischer Ansatz, sondern eher als Missverständnis erscheint: Kant meinte zwar, er betrachte nicht-empirische Vorbedingungen der Erfahrung, aber diese Betrachtung war selbst eine Beobachtung, und das heißt Empirie.