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	<title>Differentia</title>
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	<description>von Klaus Kusanowsky</description>
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		<title>Neugier oder Belohnung? Das Risiko faustischer Gelehrsamkeit</title>
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		<pubDate>Thu, 19 Jan 2012 11:48:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Kusanowsky</dc:creator>
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		<description><![CDATA[In der Moderne ist die Neugierde die Garantin aller zukünftigen Wissenschaft. Was aber bleibt in der gegenwärtigen Wissensgesellschaft tatsächlich von ihr erhalten? Betrachtet man die Programmatik aktueller akademischer Karriereplanungen, so lässt sich sagen: Neben der Förderung von Strukturen und Projekten wird bei der Qualifizierung junger Wissenschaftler zu wenig auf die Pflege und Entwicklung der Neugierde [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=differentia.wordpress.com&amp;blog=10330285&amp;post=2758&amp;subd=differentia&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p>In der Moderne ist die Neugierde die Garantin aller zukünftigen Wissenschaft. Was aber bleibt in der gegenwärtigen Wissensgesellschaft tatsächlich von ihr erhalten? Betrachtet man die Programmatik aktueller akademischer Karriereplanungen, so lässt sich sagen: Neben der Förderung von Strukturen und Projekten wird bei der Qualifizierung junger Wissenschaftler zu wenig auf die Pflege und Entwicklung der Neugierde als Erkenntnisprinzip geachtet. (Herkunft: <a title="motivederforschung" href="http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/forschung-und-lehre/motive-der-forschung-ist-der-kandidat-denn-auch-gut-vernetzt-11600466.html">Motive der Forschung: Ist der Kandidat denn auch gut vernetzt?</a> Von Peter-André Alt, F.A.Z. 10.01.2012)</p></blockquote>
<p>Der zitierte F.A.Z- Artikel enthält eine kleine, aber sehr übersichtliche Betrachtung über den Niedergang <a title="Das faustische Genie und die Würde der Wissenschaft" href="http://differentia.wordpress.com/2011/02/21/das-faustische-genie-und-die-wurde-der-wissenschaft/">faustischer Gelehrsamkeit</a>, allerdings fehlt darin noch die letzte Konsequenz, dass nämlich Entwicklungen <a title="Point of no return" href="http://differentia.wordpress.com/2011/02/22/point-of-no-return-guttenberg-plagiat-copyandpaste/">nicht revidierbar</a> sind. Einspielen konnte sich das Ideal einer vom Erkenntnistrieb geprägten Wissenschaft durch die soziale Akzeptanz von Verhaltensregeln, welche sich wesentlich auf das Vermeiden von Manipulationen richtete und sich um Präzisierung von Messungen und der damit einher gehenden Verstärkung von beobachtungsintensivierender Konzentration bemühte, weil aussichtsreiche Gründe dafür vorlagen, auf diesem Wege aller Täuschung und allem Blendwerk begegnen zu können. Daher der Mut Fausts, sich auf den Teufel einzulassen, weil nur die Auseinandersetzung mit dem härtesten Widersacher die Erfolgsprobe für Intellektualität und moralische Integrität darstellte; daher die Begeisterung seit dem 18. Jahrhundert für den Fauststoff, welche sich nicht mehr für den Abschreckungscharakter der Faust-Erzählung interessierte, sondern für den Mutwillen, der sich in der Erzählung aussprach, nämlich die Fähigkeiten transzendentaler Subjektivität, sich der letzten Vorbehalte aristotelischen Misstrauens gegen die &#8222;ratio&#8220; zu entledigen und das Wagnis um die Haltbarkeit des Unterschieds von Wahnsinn und Vernunft einzugehen. Die evolutionären Ergebnisse sind bekannt: Sowohl Schulen für alle als auch die globale Nutzung der Atomkraft sind ein Ergebnis dieses Wettstreits zwischen Vernunft und Wahnsinn; und niemand kann eindeutig sagen, welche Macht stärker war, aber der alte theologische Einwand ist inzwischen wieder zulässig, der ehedem der &#8222;ratio&#8220; mit Vorbehalten entgegentrat. Wenn man die Fähigkeiten menschlicher Vernunft höher schätzt als alle Gottesfurcht, so kann dies auch böse enden. Wer will das bezweifeln? Auch dann, wenn man von Gottesfurcht nichts mehr wissen will.</p>
<p>Wohl niemand, aber das Idealbild der faustischen Gelehrsamkeit soll immer noch als Leitbild dienen? Man bedenke, dass der <a title="Die Kommerzialisierung des Genies 1" href="http://differentia.wordpress.com/2011/05/02/die-kommerzialisierung-des-genies-1-urheberrecht/">Genie-Kult</a> des 18. Jahrhunderts das Selbstbeeindruckungsprogramm einer Gelehrsamkeit war, die  &#8211; aufgrund spezifischer sozialer Bedingungen im Umstellungsprozess auf eine funktionale Differenzierung &#8211; mit dem &#8222;menschlichen Geist&#8220; ein allgemeine Zurechnungsinstanz für ihre Forschungsergebnisse gefunden hatte, welche aber dieses Allgemeingut nur für eine Elite reservierte, nämlich für herausragende Männer eines herausragenden Geistes. Eine faustisches Genalität &#8222;für alle&#8220; war undenkbar, und ist auch im praktischen Vollzug einer Organisation von Wissenschaft gar nicht möglich, schon aufgrund eines Mangels an Ressourcen, die ein solch humanintensives Investment in Erziehung und Bildung gar nicht zulassen.<br />
Stattdessen ist mit dem Ausbau der Massenuniversität etwas ganz anderes passiert. Aus den Universitäten wurde ein industrialisierter Dienstleistungsbetrieb, welcher allerdings seine Erwartungshoffungen auf etwas ganz anderes richtet, nämlich auf faustisch-geniales Humanvermögen, wohingegen die alltägliche Erfahrung in der Wissenschaftsorganisation davon spricht, dass etwas sehr viel handfesteres als Motivation zur Fortsetzung der Forschung tauglich ist, nämlich: Belohnung.<br />
Der prototypische Gelehrte des 17., vor allem des 18. Jahrhunderts hätte noch mit aufklärerischer Gewisseheit darauf bestanden, das Gute auch dann zu tun, wenn man dafür nicht belohnt wird; eine Einsicht, die ab der Institutionalisierung und Überführung des Geniekonzepts in die Verrechtlichung des öffentlichen Dienstes unhaltbar geworden ist. Wer heute auf Belohnung verzichten könnte (oder muss), könnte genauso gut auch auf akademische Weihen verzichten, wenn man darauf sieht, dass diese Weihe ein höchst fragwürdiges, ein vollständig intransparentes bürokratisches Verfahren geworden ist. Die <a title="Das #Plagiat – ein akademisches Kulturgut. Ein Plädoyer für mehr akademische Lernbereitschaft" href="http://differentia.wordpress.com/2011/06/19/das-plagiat-ein-akademisches-kulturgut-ein-pladoyer-fur-mehr-akademische-lernbereitschaft/">Plagiats-Affären</a> neueren Datums beweisen dies, da gewiss nicht annehmbar ist, dass es sich dabei um wenige Ausnahmefälle handelt. Denn wie sollten die in der Intransparenz auffallen können? Eher ist es andersherum: die Intransparenz macht es möglich, dass die meisten Fälle gar nicht bemerkt werden, weil etwa der Versuch, dem eigenen &#8222;Doktorvater&#8220; Plagiate nachzuweisen, streng und unerbittlich aussortiert werden würde. Und da aufgrund dieser Intransparenz alle Belohnung sich auf minimale Reputationsgewinne beschränkt, bleibt nichts anderes übrig als durch &#8222;Netzwerk-Arbeit&#8220; die Hoffnung auf Belohnung und auf Reputation nicht aufzugeben.</p>
<p>Die lebenslange Alimentierung von Professoren fand darin ihren Grund: Forschung muss scheitern können, damit man weiter kommt, weshalb Forschung nicht nur für den Erfolgsfall belohnt werden kann. Sie muss freigestellt sein von Belohnung, weil die Akzeptanz von Forschungsergebnissen höchst unwahrscheinlich ist. Wer will den Erfolg garantieren, wenn der Forscher kein anderes Gewaltmittel hat als Argumente? Und solange glaubhaft war, dass nur eine Elite dazu in der Lage wäre, diesen Zumutungen Stand zu halten, konnte sich die Exklusivität des Wissenschaftsprogramms einigermaßen halten. Aber nachdem die Wissenschaftsorganisation durch ihre Komplexitätssteigerung jede Gewalt des Arguments eingebüßt hat, denn welche Argumente wären noch zwingend, ist ihr nur der Verlass auf eine Bürokratie geblieben, welche gänzlich stupide Stempel für alles mögliche verteilt, das den Vorschriften noch gerade so entspricht.<br />
So war es gemäß des faustischen Ideals gar nicht die Neugier, die als Motivationsgrund genommen wurde, sondern das Risiko, damit auch das Risiko, dem Teufel nicht gewachsen zu sein. Welches Risiko ist durch die Trivialisierung des Faustkonzepts zurück geblieben? Wohl nur noch das Risiko, nicht belohnt zu werden.  Und so gering dieses Risiko schon lange nicht mehr.</p>
<br /> Tagged: <a href='http://differentia.wordpress.com/tag/genie/'>Genie</a>, <a href='http://differentia.wordpress.com/tag/risiko/'>Risiko</a>, <a href='http://differentia.wordpress.com/tag/wissenschaft/'>Wissenschaft</a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/differentia.wordpress.com/2758/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/differentia.wordpress.com/2758/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/differentia.wordpress.com/2758/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/differentia.wordpress.com/2758/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/differentia.wordpress.com/2758/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/differentia.wordpress.com/2758/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/differentia.wordpress.com/2758/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/differentia.wordpress.com/2758/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/differentia.wordpress.com/2758/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/differentia.wordpress.com/2758/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/differentia.wordpress.com/2758/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/differentia.wordpress.com/2758/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/differentia.wordpress.com/2758/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/differentia.wordpress.com/2758/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=differentia.wordpress.com&amp;blog=10330285&amp;post=2758&amp;subd=differentia&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Störung von Stimmung und Ablauf #internetkommunikation</title>
		<link>http://differentia.wordpress.com/2012/01/09/storung-von-stimmung-und-ablauf-internetkommunikation/</link>
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		<pubDate>Mon, 09 Jan 2012 12:38:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Kusanowsky</dc:creator>
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		<description><![CDATA[zurück zu Tricksen, täuschen, stören: Betrachtungen zur Internetkommunikation Die Störkommunikation des Internets zeigt sich nicht als Störung durch Trolle, schon gar nicht durch Personen oder als Beobachtung von digitalem Schrift- und Bildmaterial, aus dem hervorgeht, dass die Beteiligten konfliktuell in Kommunikation verstrickt sind. Die Störkommunikation scheint vor allem durch die Unterscheidung von Stimmung und Ablauf [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=differentia.wordpress.com&amp;blog=10330285&amp;post=2756&amp;subd=differentia&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
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<p>Die Störkommunikation des Internets zeigt sich nicht als Störung durch Trolle, schon gar nicht durch Personen oder als Beobachtung von digitalem Schrift- und Bildmaterial, aus dem hervorgeht, dass die Beteiligten konfliktuell in Kommunikation verstrickt sind. Die Störkommunikation scheint vor allem durch die Unterscheidung von Stimmung und Ablauf erkennbar zu sein.<br />
Im Lauf ihrer Entwicklung hatte die moderne Gesellschaft gelernt, auf Unruhe und Störung von Stimmungen durch ihre Funktionalisierung zu reagieren, indem sie die Abläufe entwickelte, die ihre Zuständigkeit für die Betreuung von Stimmungsstörungen erklärten. Der wichtigste, vielleicht entscheidenste Schritt war das Zugeständnis demokratischer Freiheit. Die Legitimation des Staates gelang durch eine Selbstunterwerfung des Staates unter seine nicht mehr aufzulösenden Widersprüche. Das Recht auf Herrschaft wurde wieder legitim, indem es niemand mehr hatte. Das setzte nicht die staatliche Gewalt außer Kraft, sondern überließ ihre Inanspruchnahme allen Bürgern, sofern diese wiederum die so begründete Legitimation akzeptierten. Daraus entwickelten sich hoch komplexe Abläufe, deren störungsfreier Ablauf nur an wenigen Bruchstellen gefährdet war. Man denke dabei an die Terrorismusbekämpfung der 1970er Jahre, die deutlich machte, dass die Abläufe der Terrorbekämpfung in der Weise geregelt werden mussten, indem Abläufe der Staatslegitimation, also rechtsstaatliche Garantieen, wenn nicht außer Kraft gesetzt wurden, so doch fraglich werden durften. Aber auch darüber konnte noch offen diskutiert werden, was zeigte, dass trotz dieser Krisenszenarien die Abläufe, die auf Störkommunikation eingerichtet waren, enorm störungsfrei abliefen.</p>
<p>Mit diesem Beispiel kann aber auch gezeigt werden, woran <a title="Der Wegwerf-Terrorist" href="http://differentia.wordpress.com/2011/05/05/der-wegwerf-terrorist/">dieser Terrorismus</a> scheiterte. Dieser Terrorismus war ein Zupsitzungs- und Übertreibungsphänomen, und vielleicht könnte man dies für alle faschistischen Tendenzen generell erwägen, ein Phänomen, das sich zeigen musste, weil die Abläufe, auch die Abläufe des Kritisierens und Protestierens, auf Störung von Stimmung eingerichtet waren, weshalb notwendig die Verbreitung von Angst und Schrecken, ein, wenn nicht schöner, so doch im Eskalationsprozess der Stimmungsstörung notwendiger Schritt war, solange die Grenzen der Haltbarkeit dieser Abläufe noch nicht getest sind. (Der neuere Netzwerk-Terrorismus ist in dieser Hinsicht von anderer Art, weil er nicht nur die Stimmung stört. Man denke dabei an die sogenannte &#8222;<a title="asymmetischekriskk" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Herfried_M%C3%BCnkler#Asymmetrische_Kriegsf.C3.BChrung" target="_blank">asymmetrische Kriegsführung</a>, Herfried Münkler).<br />
Solange es also immer nur dabei blieb, dass Stimmung gestört wurde, solange konnten sich auch soziale Immunsysteme trainieren, indem sie auf Stimmungsstörung mit weiterer Stimmungsstörung reagierten. Die so ablaufende Kommunikation verlief relativ störungsfrei, weil alles, was sich ereignete, durch bekannte Unterscheidungsroutinen gedeckt war.</p>
<p>Für die Internetkommunikation dürfte das selbe nicht mehr gelten. Die Störung von Abläufen erweist sich als dämonisch, als unvorhersehbar und durch keine <em>bekannte</em> Unterscheidungsroutine gedeckt. Das heißt nicht, dass brauchbare Unterscheidungen unmöglich wären, sondern nur, dass sich noch keine Routinen in der Anwendung von Unterscheidung herauskristallisiert haben. Ich vermute daher, dass die Intenetkommunikation eine Form von Störkommunikation möglich macht, die bekannte Abläufe stört ohne auch Stimmung stören zu müssen, was insbesondere daher kommt, dass bei Internetkommunikation der Unterschied von Anwesenheit und Abwesenheit nicht eindeutig ist. Denn die Störung von Stimmung ist mindestens auf die soziale Beobachtbarkeit von Affekten und die Erreichbarkeit von Menschen angewiesen, auf welche die Stimmung zugerechnet, durch welche sie als verursacht angesehen wird.<br />
Fortsetzung folgt</p>
<br /> Tagged: <a href='http://differentia.wordpress.com/tag/internetkommunikation/'>Internetkommunikation</a>, <a href='http://differentia.wordpress.com/tag/storkommunikation/'>Störkommunikation</a>, <a href='http://differentia.wordpress.com/tag/storung/'>Störung</a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/differentia.wordpress.com/2756/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/differentia.wordpress.com/2756/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/differentia.wordpress.com/2756/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/differentia.wordpress.com/2756/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/differentia.wordpress.com/2756/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/differentia.wordpress.com/2756/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/differentia.wordpress.com/2756/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/differentia.wordpress.com/2756/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/differentia.wordpress.com/2756/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/differentia.wordpress.com/2756/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/differentia.wordpress.com/2756/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/differentia.wordpress.com/2756/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/differentia.wordpress.com/2756/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/differentia.wordpress.com/2756/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=differentia.wordpress.com&amp;blog=10330285&amp;post=2756&amp;subd=differentia&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Identität ohne Anwesenheit</title>
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		<pubDate>Sun, 08 Jan 2012 11:40:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Kusanowsky</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Mit dem Internet erscheint ein kommunikativer Raum, welcher der überlieferten Form der transzendentalen Subjektivität ein Reich der Selbsterprobung und Selbstinszenierung eröffnet, in dem durch den sozialen Vollzug von Beobachtung  Affektbewegungen des Körpers nicht berücksichtigt werden können. Auch müssen auffindbare Adressen nicht notwendig als Personen identifiziert werden; und ganz allgemein wird durch Internetkommunikation das Verhältnis von [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=differentia.wordpress.com&amp;blog=10330285&amp;post=2752&amp;subd=differentia&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div>Mit dem Internet erscheint ein kommunikativer Raum, welcher der überlieferten Form der transzendentalen Subjektivität ein Reich der <a title="„Soziale Selbstporträts“? Kurzbemerkung zur Semantik der Paradoxie" href="http://differentia.wordpress.com/2012/01/06/soziale-selbstportrats-kurzbemerkung-zur-semantik-der-paradoxie/">Selbsterprobung und Selbstinszenierung</a> eröffnet, in dem durch den sozialen Vollzug von Beobachtung  Affektbewegungen des Körpers nicht berücksichtigt werden können. Auch müssen auffindbare Adressen nicht notwendig als Personen identifiziert werden; und ganz allgemein wird durch Internetkommunikation das Verhältnis von Abwesenheit und Anwesenheit auf eine ganz andere Weise differenziert: Anwesend ist man dort, wo sonst keiner anwesend ist, aber abwesend ist man dort, wo jeder andere auch abwesend ist. Im ganzen betrachtet lässt die Kommunikation unter diesen Bedingungen eigentlich nur zu, dass alles als paradox erscheint, wodurch folglich  &#8211; genauso paradox &#8211; alle Paradoxien verschwinden müssen.</div>
<div>Alle Glaubwürdigkeit und Authentizität hat sich einem daraus resultierenden Bewährungsproblem auszuliefern, da alle subjektive Identitäsvorstellungen niemals ohne die Illusion einer Letztinstanz der Realitätsvermittlung auskommen kann. Ein solche Illusion konnte bislang wirksam durch Organisationen bereit gestellt werden, die durch hierarchische Gliederung alle Selbstreferenz der Kommunikation als Zumutungsprobe den anwesenden Menschenkörpern auferlegte. So ist es wohl auch keiner Wunder, dass das <em>Verkleidungsverhalten</em> mit der Zeit immer bunter wurde, um den Versuch zu wagen, eprobte Vorurteilsmechanismen in der Begnung zu unterlaufen. So wurde der kommunikative Einsatz des Körpers einerseits zu einem Bestandteil der imagepflegenden Identitätsarbeit, andererseits war der Körper auch immer ein revidierbarer Identitätsausdruck einer Person. Damit aber taugt er nicht mehr als stabiles Ausdrucksmittel für Identität, sobald sich auch die Körperinszenierung über Internetkommunikation vollzieht, weil alle Beobachtung von Körperlichkeit in der Einsamkeit affektiver Selbstkontrolle vor sich geht. Das Affektverhalten eines Körpers reagiert nicht mehr auf das eines anderen. Die Eigenwilligkeit des Körpers fällt dabei nicht weg, sondern muss sich auf sich selbst beschränken. Statt dessen benötigt der Körper nunmehr selbst eine authentizitäts- und illusionssichernde Referenz, allerdings kann diese Referenz selbst nicht verstanden werden als eine unmittelbare, referenzlose Entität, die aus sich selbst heraus wirken könnte.</div>
<div></div>
<div>Soziologisch gesehen kann man die soziale Identität einer Person als ein Ensemble gleichzeitig besetzter Positionen, Rollen und Erwartungsmuster auffassen. Zur sozialen Identifizierung bedienen sich die Interaktionspartner dabei ausgefeilter Selbstbeschreibungen, die als Differenzierungs- oder auch Zugehörigkeitskonstrukt geltend gemacht werden und auf gegenseitige Beobachtung von Aufmerksamkeit angewiesen sind. Die Beachtung der Anderen wird durch eine Form der Selbstrepäsentation erreicht, die sich bestenfalls in effektvoller Selbstinszenierung niederschlägt.</div>
<div>Der aufmerksamkeitbindende Vorgang der habituellen Symbolisierung war in der Gutenberg-Galaxy maßgeblich auf die Präsenz des Physischen angewiesen. Ohne den Körper konnte man sich nicht sozial positionieren. Der Körper galt in jeder Interaktion als unhintergehbare Instanz aller Zeichenrepräsentation, die beabsichtigt oder unbeabsichtigt den Kommunikationsprozess affektiv beeinflusste. Der subtile Umgang mit der Haltung und der Stellung des Körpers wurden unablässig registriert und sanktioniert, so dass der körperliche Ausdruck als eingebautes, unverfälschbares Anzeigeinstrument in Erscheinung trat. Seitdem sich aber herum gesprochen hat, dass der Körper keineswegs durch frei gewählte Habitualisierungen determiniert ist, sondern durch medial vermittelte Bilder und Konstrukte bestimmt wird,  tritt an die Stelle eines Körperverständnisses der Habitualisierung die Optionalisierung von Körperidentität.</div>
<div></div>
<div>Wenn sich also Identitätskonzepte retten wollen, die so etwas die &#8222;<a title="„Identitätsdienst“ – Beobachtung der Fremdwerdung der Gesellschaft" href="http://differentia.wordpress.com/2011/09/04/identitatsdienst-beobachtung-der-fremdwerdung-der-gesellschaft/">echte Menschen</a>&#8220; kommunikativ beibehalten wollen, so haben sie auf der Basis von Internetkommunikation eine sehr ernstzunehmende Bewährungsprobe zu gewärtigen, die sich womöglich durch eine Steigerung von Widersprüchen auszeichnet, auf welche selbstreflexiv mit der Mitteilung weiterer Widersprüche zu reagieren wäre. Wer darauf verzichten will und stattdessen Beteuerungen, Appelle und Moralisierungen vorträgt, läuft Gefahr in eine Eskalationsroutine der Selbstexkludierung zu geraten, wie man sie bei sogenannten Trollen schon beobachten kann. Wer durch wiederholte Beteuerungen glaubhaft machen will, nicht der zu sein für den man gehalten wird, muss lernen, darauf zu verzichten, weil andernfalls der Verdacht auf das Gegenteil sich erhärtet mit der Wirkung des Verlusts von Adressabilität.</div>
<br /> Tagged: <a href='http://differentia.wordpress.com/tag/habitus/'>Habitus</a>, <a href='http://differentia.wordpress.com/tag/identitat/'>Identität</a>, <a href='http://differentia.wordpress.com/tag/internetkommunikation/'>Internetkommunikation</a>, <a href='http://differentia.wordpress.com/tag/korper/'>Körper</a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/differentia.wordpress.com/2752/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/differentia.wordpress.com/2752/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/differentia.wordpress.com/2752/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/differentia.wordpress.com/2752/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/differentia.wordpress.com/2752/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/differentia.wordpress.com/2752/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/differentia.wordpress.com/2752/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/differentia.wordpress.com/2752/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/differentia.wordpress.com/2752/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/differentia.wordpress.com/2752/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/differentia.wordpress.com/2752/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/differentia.wordpress.com/2752/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/differentia.wordpress.com/2752/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/differentia.wordpress.com/2752/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=differentia.wordpress.com&amp;blog=10330285&amp;post=2752&amp;subd=differentia&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>&#8222;Soziale Selbstporträts&#8220;? Kurzbemerkung zur Semantik der Paradoxie</title>
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		<pubDate>Fri, 06 Jan 2012 15:10:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Kusanowsky</dc:creator>
				<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>
		<category><![CDATA[Paradoxie]]></category>
		<category><![CDATA[Selbstreferenz]]></category>

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		<description><![CDATA[Bei zeitonline gibt es eine höchst bedeutungslose Fotostrecke, die sogenannte &#8222;soziale Selbstporträts&#8220; zeigt. Diese Fotostrecke ist so bedeutungslos, dass es nicht einmal lohnt, darüber wenig zu schreiben: Irgendwelche Leute auf der Welt fotografieren sich selbst und veröffentlichen das im Internet. Die Bedeutung der Bedeutungslosigkeit ergibt sich aus aus der Anonymität der gezeigten Menschen. Und man [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=differentia.wordpress.com&amp;blog=10330285&amp;post=2745&amp;subd=differentia&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Bei <a title="soziale Selbstporträts" href="http://www.zeit.de/digital/2011-11/fs-social-network-photography-2">zeitonline</a> gibt es eine höchst bedeutungslose Fotostrecke, die sogenannte &#8222;soziale Selbstporträts&#8220; zeigt. Diese Fotostrecke ist so bedeutungslos, dass es nicht einmal lohnt, darüber wenig zu schreiben: Irgendwelche Leute auf der Welt fotografieren sich selbst und veröffentlichen das im Internet. Die Bedeutung der Bedeutungslosigkeit ergibt sich aus aus der Anonymität der gezeigten Menschen. Und man glaubt es kaum, man kann &#8211; wie alles andere auch &#8211; noch diese Selbstreferenzialität steigern. Wie dieses Bild zeigt:</p>
<p><a href="http://differentia.files.wordpress.com/2012/01/soziales-selbstportrc3a4t.jpg"><img class="aligncenter  wp-image-2746" title="soziales Selbstporträt" src="http://differentia.files.wordpress.com/2012/01/soziales-selbstportrc3a4t.jpg?w=349&#038;h=262" alt="" width="349" height="262" /></a></p>
<p>Ein Mensch, den keiner kennt, gibt sich als ein Mensch zu erkennen, den keiner erkennen kann. Eine Paradoxie ist keine Paradoxie. Nur gut, dass das keiner merkt, denn das wäre paradox.</p>
<p>&nbsp;</p>
<br /> Tagged: <a href='http://differentia.wordpress.com/tag/paradoxie/'>Paradoxie</a>, <a href='http://differentia.wordpress.com/tag/selbstreferenz/'>Selbstreferenz</a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/differentia.wordpress.com/2745/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/differentia.wordpress.com/2745/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/differentia.wordpress.com/2745/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/differentia.wordpress.com/2745/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/differentia.wordpress.com/2745/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/differentia.wordpress.com/2745/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/differentia.wordpress.com/2745/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/differentia.wordpress.com/2745/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/differentia.wordpress.com/2745/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/differentia.wordpress.com/2745/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/differentia.wordpress.com/2745/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/differentia.wordpress.com/2745/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/differentia.wordpress.com/2745/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/differentia.wordpress.com/2745/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=differentia.wordpress.com&amp;blog=10330285&amp;post=2745&amp;subd=differentia&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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			<media:title type="html">soziales Selbstporträt</media:title>
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		<title>Die Glaubwürdigkeit der Glaubwürdigkeitsbestreiter #wulff</title>
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		<pubDate>Fri, 06 Jan 2012 11:07:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Kusanowsky</dc:creator>
				<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>
		<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Massenmedien]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Affäre um den Bundespräsidenten Wullf wird in der Diskussion größtenteils als Politiker-Skandal markiert, nicht ohne gelegentlich auch darauf hinzuweisen, dass die Bild-Zeitung auf irgend eine Art und Weise darin verstrickt ist. Nur weiß man nicht genau, auf welche Weise. Die massenmediale Berichterstattung über die Skandalisierungsmethoden der massenmedialen Berichterstattung ist nicht sehr stark vertreten. Und [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=differentia.wordpress.com&amp;blog=10330285&amp;post=2743&amp;subd=differentia&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Affäre um den Bundespräsidenten Wullf wird in der Diskussion größtenteils als Politiker-Skandal markiert, nicht ohne gelegentlich auch darauf hinzuweisen, dass die Bild-Zeitung auf irgend eine Art und Weise darin verstrickt ist. Nur weiß man nicht genau, auf welche Weise. Die massenmediale Berichterstattung über die Skandalisierungsmethoden der massenmedialen Berichterstattung ist nicht sehr stark vertreten.<br />
Und auch die Diskussionen im Netz konzentrieren sich größtenteils auf die Beobachtung einer Person und nicht darauf, dass die konventionellen Massenmedien ganz langsam ein Problem bekommen: sie müssen ihre Relevanz, ihre Vorrangigkeit gegenüber dem Internet herausstellen. Eine immer noch sehr gut funktionierende Beziehung zwischen Politik und Massenmedien kann dafür verwendet werden. Journalisten können ihre Privilegien intelligent ausnutzen, die vor allem darin bestehen, exklusiven Kontakt zu Politikern zu pflegen. Denn die persönlichen Gespräche haben den unschätzbaren Vorteil, dass Journalisten über mehr informiert sind als sie berichten müssen oder brauchen, was nicht selten vor kommt. Der Informationsgehalt von nicht publizierten Meinungen ist nicht geringer als der von publizierten, da ja vor allem die Ergebnisse von Tratscherei eine ganz besondere Informationsquelle darstellen: Tratscherei macht, dass alle etwas wissen, von dem keiner etwas weiß. Und ein Skandal kann dann erzeugt werden, wenn einer publiziert, was alle anderen Journalisten schon wussten, aber bislang nicht veröffentlichten. Wem das gelingt, kann einen Volltreffer erzielen.</p>
<p>Die Beurteilung der Glaubwürdigkeit von Politikern steuert maßgeblich die Berichterstattung über den Bundespräsidenten. Ob er seine Glaubwürdigkeit behalten hat? Man könnte mal ganz naiv fragen, was man ihm vor diesem Skandal hätte glauben sollen? Der Bundespräsident hält Reden, geht auf Reisen und unterschreibt Gesetze. Worin besteht dabei das Glaubwürdigkeitsproblem? Dass das Amt eine moralische Instanz ist? Und wenn das so ist, ist darum schon die Glaubwürdigkeit des Amtsinhabers in Gefahr? Oder müsste man ihm mehr glauben als allen anderen, obwohl doch das Amt des BP ein ganz unpolitisches Amt ist? Der BP soll glaubwürdig sein? Was soll man ihm denn glauben, auch ohne, dass seine Glaubwürdigkeit beschädigt worden wäre? Er hat zwar viel zu sagen, aber doch nichts zu entschieden. Das Amt des BP ist dasjenige, dem das geringste Glaubwürdigkeitsproblem anhaftet.</p>
<p>Könnte es sein, dass es bei diesem Skandal weniger um die glaubwürdige Unglaubwürdigkeit eines unpolitischen Politikers geht, sondern mehr um die Probleme, die Journalisten langsam bekommen, da ihnen die Felle wegzuschimmen drohen? Kann es sein, dass es bei diesem Skandal, so sehr er sich der Sache nach auf eine Person konzentriert, doch eigentlich darum geht, dass Journalisten ihre eigene Glaubwürdigkeit heraus stellen, um auf diese Weise ihre Unverzichtbarkeit zu demonstrieren? Der Beweis der eigenen Glaubwürdigkeit kann hier auf dem Umweg der Beschädigung der Glaubwürdigkeit eines Politikers erbracht werden, welcher durch sich selbst seine Glaubwürdigkeit nicht beschädigen könnte, würde über diese nicht berichtet werden. So ist es konsequenterweise auch die Feststellung, dass es weniger die kleinen Geheimnisse des BP sind, die den Skandal ausmachten, sondern sein Umgang mit der Skandalisierung, welche in jedem Moment weiter getrieben wird, sobald der BP gehorsam und verzweifelt versucht zu retten, was gar nicht rettungsbedürftig ist. Bei jedem Versuch, seine Glaubwürdigkeit zu retten, wird sie fraglicher, weil die Journalisten andersherum den Mangel ihrer eigenen Glaubwürdigkeit gar nicht thematisieren. Warum sollten sie auch?</p>
<p>Aber das ist kurzsichtig. Denn auch Politiker wissen um die Tratscherei, also um die Meinungen nicht veröffentlichter Öffentlichkeit und sind nicht selten daran beteiligt, diese zu betreiben. Und wenn sich nun unter Politiker herumspricht, dass ihre Personen, ihr Ansehen, ihre Glaubwürdigkeit auf diese Weise von Journalisten verwendet wird, so könnten auch Politiker sich danach umschauen, ob sich für dieses massenmediale Geschäft eine Alternative anbietet. Denn warum sollen sich Politiker Journalisten ausliefern, wenn man per Internet jederzeit genauso so gut Berichterstattung in eigener Sache anleieren könnte? Gewiss, noch wissen Politiker nicht genau, was sie mit dem Internet anfangen sollten, was möglicherweise auch daran liegt, dass sie es hauptsächlich als Gegenstand von Gesetzesmaßnahmen betrachten, welche meist nur Verbots- oder Vermeidungsmaßnahmen sind.</p>
<p>Aber das Internet stellt auch Politikern die Möglichkeit zur Verfügung, ihre Meinungen, Vorhaben und Entscheidungsfindungsprozesse durch Umgehung von Massenmedien in die Kommunikation zu bringen. Und dass das Internet unseriös ist, kann man, seitdem ausgerechnet die Bild-Zeitung durch diesen Skandal an Seriösität gewonnen hat, nicht so einfach behaupten.</p>
<br /> Tagged: <a href='http://differentia.wordpress.com/tag/journalismus/'>Journalismus</a>, <a href='http://differentia.wordpress.com/tag/massenmedien/'>Massenmedien</a>, <a href='http://differentia.wordpress.com/tag/politik/'>Politik</a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/differentia.wordpress.com/2743/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/differentia.wordpress.com/2743/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/differentia.wordpress.com/2743/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/differentia.wordpress.com/2743/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/differentia.wordpress.com/2743/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/differentia.wordpress.com/2743/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/differentia.wordpress.com/2743/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/differentia.wordpress.com/2743/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/differentia.wordpress.com/2743/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/differentia.wordpress.com/2743/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/differentia.wordpress.com/2743/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/differentia.wordpress.com/2743/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/differentia.wordpress.com/2743/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/differentia.wordpress.com/2743/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=differentia.wordpress.com&amp;blog=10330285&amp;post=2743&amp;subd=differentia&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Das Ende der transzendentalen Subjektivität 6 #systemtheorie #scholastik</title>
		<link>http://differentia.wordpress.com/2012/01/04/das-ende-der-transzendentalen-subjektivitat-6-systemtheorie-scholastik/</link>
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		<pubDate>Wed, 04 Jan 2012 12:51:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Kusanowsky</dc:creator>
				<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>

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		<description><![CDATA[zurück zu Das Ende der transzendentalen Subjektivität 5 Soziologen, die sich in ihrer theoretischen Urteilsbildung auf die Schriften von Niklas Luhmann verlassen, führen immer wieder an, dass Argumente, die auf Moral verweisen, in der Kommunikation nur als Ausreden fungieren, um Probleme, die man anderweitig nicht lösen kann, auf diese Weise zu behandeln. Moral wäre in [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=differentia.wordpress.com&amp;blog=10330285&amp;post=2738&amp;subd=differentia&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>zurück zu <a title="Das Ende der transzendentalen Subjektivität 5 #shitstorm #hassspass" href="http://differentia.wordpress.com/2011/12/29/das-ende-der-transzendentalen-subjektivitat-5-shitstorm-hassspass/">Das Ende der transzendentalen Subjektivität 5</a></p>
<p>Soziologen, die sich in ihrer theoretischen Urteilsbildung auf die Schriften von Niklas Luhmann verlassen, führen immer wieder an, dass Argumente, die auf <a title="Moral und Moraltheorie" href="http://differentia.wordpress.com/2010/05/26/moral-und-moraltheorie/">Moral</a> verweisen, in der Kommunikation nur als Ausreden fungieren, um Probleme, die man anderweitig nicht lösen kann, auf diese Weise zu behandeln. Moral wäre in diesem Sinne immer eine polemogene Ausweichstrategie, wäre immer nur der aussichtslose Versuch, Probleme, die durch Kommunikation entstehen, durch Entmutigungsversuche aus der Welt zu schaffen, indem man anderen mangelnde Moral unterstellt, wenn man bemerkt, dass die eigenen Versuche, begründete Rede akzeptabel zu machen, scheitern.</p>
<p>Scholastiker erkennt man daran, dass sie einfach wiederholen können, was längst schon kommunizierbar geworden ist und dabei zweierlei übersehen: Erstens die Beobachtung, dass es unter bestimmten Beobachtungsbedingungen sehr schwierig ist, Argumente einzuführen, die prinzipell unter Referenzierung eben dieser Bedingungen leicht ausgeschlossen werden können; und zweitens die Beobachtung, dass, wenn dann dennoch etwas anderes möglich wird, es nicht mehr so schwer ist, daran anzuschließen, weil längst neue Referenzierbarkeiten geschaffen wurden, die dies erleichtern.<br />
Genauso verhält mit dem Versuch von systemtheoretischen Scholastikern, moralische Argumente zu denunzieren. Sie übersehen, dass Strategien der Plausibilisierung von Argumenten, die von Moral absehen, unter Bedingungen durchgesetzt werden mussten, die höchste Ansprüche an Moral stellten. Dies gilt insbesondere für die Interaktion in Organisationen, in Universitäten und Tagungen. Dort wo man sich trifft gelten Regelwerke, die von keinem geschaffen wurden, die aber dennoch darüber bestimmen, was legitim ist und was nicht, was wahrscheinlich akzeptabel ist und was nicht. Organisationen kommunizieren Entscheidungen, und zwar unter der Voraussetzung, dass alle Entscheidungsfragen prinzipiell nicht eindeutig entschieden werden können. Organisationen schneiden also immer Kontingenz ab und stellen die Akzeptanz von Entscheidungen unter eine Bewährungsprobe in Hinsicht auf ein komplexes Regelwerk, das die Paradoxie einer eindeutigen Uneindeutigkeit aufweist. Mit ansteigener Instransparenz wird dann immer wieder das Problem der Legitimierung von Entscheidungsinstanzen und der Kompetenz von Perosnen dringlich, was kommunkativ nur durch Steigerung von Intransparenz umgangen werden kann. Organisationen funktionieren dann sehr gut, wenn es ihnen gelingt für ihr Scheitern Umweltkapazitäten auszunutzen, auf welche alle Gründe für das Scheitern zugerechnet werden können. Sie brauchen gleichsam Müllkippen für ihre nicht lösbaren Probleme. Im Laufe der Evolution solcher Regelwerke immer leichter, mangelnde Moral als Verdachtsfall der zivilisatorischen Zuverlässigkeit in der Interaktion zu unterstellen, weil die Regelwerke auch durch Akezptanz der Kommunkation von Moral ihre Stabilität gewinnnen.<br />
Umso schwieriger wird es dann aber, moralische Kommunikation nicht mehr zu akzeptieren, was erstens nur bei größt möglicher Intransparenz gelingt, und zweitens, wenn auf der performativen Ebene der Verdachtsfall trotzdem vermieden wird; eine Schwierigkeit, die sich dadurch steigert, dass die Zurückweisung moralischer Argumente selbst als moralische Kommunikation anschlussfähig ist, denn auch alle moralische Kommunikation lässt eine Differenz von richtiger und falscher Moral zu, weshalb die Nichtakzeptanz von Moral als falsche Moral apostrophiert werden darf. Das heisst: nur wer seine zivilisatorische Zuverlässgkeit nicht angreifbar macht, oder entprechenden Angriffen <a title="störungluhmann" href="http://differentia.wordpress.com/2011/09/21/tricksen-tauschen-storen-betrachtungen-zur-internetkommunikation-1/#comment-1980">beeindruckend</a> standhalten kann, vermag einermaßen souverän Moral als Argument zurück zu weisen. Aber, wie gesagt: das ist sehr, sehr schwierig, insbesondere in Situationen der Interaktion, wo das <a title="Performanz – die Risikostruktur der Dokumentform" href="http://differentia.wordpress.com/2011/02/11/performanz-die-risikostruktur-der-dokumentform/">Risiko der Performanz</a> darüber entscheidet, wer so urteilen darf und wer nicht.<br />
Gelingt dies aber dennoch, und können Argumente auch noch dokumentiert und verbreitet werden, ist es schließlich relativ leicht, moralische Kommunikation zurück zu weisen und Argumentationsalternativen zu diskutieren. Aber auch in dem Fall braucht, wer so auf bequemere Weise fortsetzen will, Organisationsverhältnisse, die den amoralischen Beobachter vor Angriffen schützen. So braucht schließlich der amoralische systemtheoretische Scholastiker stabile Organisationsstrukturen, welche elastisch auf die Paradoxien von moralischer Kommunikation reagieren und im Zweifels- und Entscheidungsfall Eindeutigkeit exekutieren können. Der akademische Scholastiker nutzt gleichsam parasitär die Möglichkeit aus, dass die Wissenschaftsbürokratie immer die Partei eines übergeordneten Mitglieds ergreift um unerwünschte Störfälle zu sein Gunsten zu bereinigen. Er ist auf intakte Verhältnisse angewiesen, die sicher stellen, wer im Falle des Scheiterns moralischer Ansprüche das Nachsehen hat.</p>
<p>Das ist vielleicht nicht der entscheidende, aber ein sehr wichtiger Grund dafür, weshalb Universitätsprofessoren sich nicht so gern oder nur unter strengen Vorbehalten an Interkommunikation beteiligen. Denn sie setzen sich gleichsam ungeschützt der Störkommunikation aus und können sich nicht auf Sanktionierungen verlassen, die ihre Integrität im Voraus immer schon garantieren. Darum muss Internetkommunikation, insbesondere auch von systemtheoretischen Scholstikern entweder vermieden werden, oder, wenn doch akzeptabel, nur, wenn schon sicher gestellt ist, mit wem man es zu tun hat. Dies kann nur durch Organisationen, insbesondere durch staatliche Bürokratie geleistet werden, und nicht durch Internetanarchie. Denn die Bürokratie stellt durch Dokumentüberprüfungen als Zugangsvoruassetzung immer sicher, dass wiederauffindbare und damit sanktionierbare Adressen an der Kommunikation beteiligt sind. Das geht durch Internetkommunikaiton <a title="„Es ist alles ganz einfach…“ 1" href="http://differentia.wordpress.com/2011/10/07/es-ist-alles-ganz-einfach-nextsociety-systemtheorie/">nicht so einfach</a>.</p>
<p>Fortsetzung folgt.</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/differentia.wordpress.com/2738/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/differentia.wordpress.com/2738/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/differentia.wordpress.com/2738/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/differentia.wordpress.com/2738/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/differentia.wordpress.com/2738/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/differentia.wordpress.com/2738/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/differentia.wordpress.com/2738/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/differentia.wordpress.com/2738/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/differentia.wordpress.com/2738/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/differentia.wordpress.com/2738/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/differentia.wordpress.com/2738/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/differentia.wordpress.com/2738/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/differentia.wordpress.com/2738/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/differentia.wordpress.com/2738/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=differentia.wordpress.com&amp;blog=10330285&amp;post=2738&amp;subd=differentia&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<item>
		<title>Von unbekannt zu unbekannt, Antwort auf einen Kommentar von @thorstena_bln</title>
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		<pubDate>Mon, 02 Jan 2012 15:04:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Kusanowsky</dc:creator>
				<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>

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		<description><![CDATA[Thorstena kommentierte zum vorhergehenden Artikel: &#8222;Internetkommunikation &#8211; Strukturen ohne Chefetage&#8220; Habe neulich Sennetts Respekt in der Hand gehabt, in dem er sich u.a. mit den Schwierigkeiten auseinandersetzt, „respektvoll von ungleich zu ungleich“, zu kommunizieren – also zB über soz. Statusgrenzen hinweg. So etwas verlange „Ausdrucksarbeit“, schreibt er. &#8222;respektvoll von ungleich zu ungleich&#8222;- damit haben wir [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=differentia.wordpress.com&amp;blog=10330285&amp;post=2733&amp;subd=differentia&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a title="thorstena" href="http://www.thorstena.de/">Thorstena</a> kommentierte zum <a title="strukturenonesdchf" href="http://differentia.wordpress.com/2012/01/01/internetkommunikation-strukturen-ohne-chefetage/#comment-2510">vorhergehenden Artikel</a>: &#8222;Internetkommunikation &#8211; Strukturen ohne Chefetage&#8220;</p>
<blockquote><p>Habe neulich Sennetts Respekt in der Hand gehabt, in dem er sich u.a. mit den Schwierigkeiten auseinandersetzt, „respektvoll von ungleich zu ungleich“, zu kommunizieren – also zB über soz. Statusgrenzen hinweg. So etwas verlange „Ausdrucksarbeit“, schreibt er.</p></blockquote>
<p>&#8222;<em>respektvoll von ungleich zu ungleich</em>&#8222;- damit haben wir es eben nicht zu tun, insbesondere auch nicht mit der Frage, wie wir Respekt hinbekommen. Respekt ist nicht das Problem, denn Formen des Respekts können nur zustande kommen, wenn die Kommunikation Strukturen zulässt, die Respekt beobachtbar machen. Aber dazu müsste die Kommuikation schonfunktionieren. Deshalb steht nicht der Respekt am Anfang, weshalb wir uns keine Gedanken darüber machen müssen, was Respekt für mich oder für dich ist. Wenn wir uns kennen lernen, dann lernen wir auch Respekt kennen. (Oder auch nicht)<br />
Auch haben wir es nicht mit &#8222;von ungleich zu ungleich&#8220; zu tun, sondern mit &#8222;von unbekannt zu unbekannt&#8220;, wobei sich die Anonymität nicht auf Personen beschränkt, sondern auf die &#8222;Allgemeinen Geschäftsbedingungen&#8220;. Die sind unbekannt. Übrigens: Personen sind in der Internetkommunikation ohnehin nicht anwesend. Spätestens wenn sich heraustellt, dass Turing-Maschinen ein einigermaßen brauchbares Antwortverhalten zeigen, wird deutlich werden, was der Zweck dieser Übung ist. Nicht die Frage, wer du wirklich bist, wäre entscheidend, sondern: wie können wir Inklusion vermeiden, wenn Inklusion immer wahrscheinlicher wird? Die Antwort, man könnte einfach den Computer ausschalten, ist naiv, weil es ja auch Organisationen weiterhin Orte bereit stellen, wo man sich wiedertrifft und wo man sich über Ergebnisse der Internetkommunikation unterhält. Wer dann nicht informiert ist, scheidet aus.</p>
<p>Deshalb wäre der Zweck der Übung, die Allgemeinen Geschäftsbedingungen zu testen, und nicht diese zu postulieren, zu fordern oder durchzusetzen. Denn dazu bräuchte man eine Chefetage. Und wenn wir mit dem Testen anfangen, dann können auch Turing-Maschinen mitmischen. Denn es kommt dann nicht mehr darauf an, ob Antworten intelligent sind, weil man Intelligenz auch Turing-Maschinen zurechnen könnte. Es käme darauf an, herauszufinden, wer lebt. Denn der lebende Körper ist korrumpierbar, erpressbar, verführbar, nur das lebende System braucht nicht zu rechnen; es stellt die Bedingungen für eine kreative und disziplinierte Intelligenz bereit: Gefühle. <em>Der Turing-Test bestünde also nicht darin herausfinden, ob die Maschine intelligent ist, sondern ob sie lebt</em>. Der Weg wäre zu versuchen, sie zu verführen. Und stell dir vor, du verlierst den Test, und es ist keine Turing-Maschine. Denn auch du wirst ja auf Verführbarkeit getestet, wenn du für einen Unbekannten unbekannt bist, also eine Turing-Maschine sein könntest. Da finden wir die Quelle für die soziale Ungleichheit. Wer sich verklemmt zeigt, wer das rationale Vermeidungshandeln nicht vermeidet, wer meint, die Rationalitätsunterstellung sei die geeignete Rüstung, um sich der Zumutungen zu erwehren, wird sich wundern, worauf es tatsächlich ankommt. (Und wenn ich mich darin irre, dann irre ich mich eben!)</p>
<p>Nur eine lebende Intelligenz kennt Gefühle, eine Turing-Maschine nicht. Das wäre das zu Erlernende, wie ich meine, wenn die Kommunikation zwischen &#8222;unbekannt zu unbekannt&#8220; funktioniert. Die Spaßvögel, die auf der Suche sind nach künstlicher Intelligenz werden sich wundern. Für sie ist der Intelligenztest deshalb so attraktiv, weil er rationalisierbar ist. Aber alle kreative und disziplinierte Intelligenz erschöpft sich nicht in Rationalisierbarkeit. Wir wissen das, aber wir können über Gefühle nur reden, wenn wir dabei die Mindeststandards rationaler Sinngrenzen einhalten. Und daran scheitert eben unser Wissen um Gefühle: wir müssen auch das noch vernünftig behandeln, was keine Vernunft kennt.</p>
<p>Ich vermute, dass das Internet dazu beitragen wird, dieses Vermeidungsproblem zu lösen, nicht ohne allerdings ganz andere Probleme zu schaffen.</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/differentia.wordpress.com/2733/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/differentia.wordpress.com/2733/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/differentia.wordpress.com/2733/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/differentia.wordpress.com/2733/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/differentia.wordpress.com/2733/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/differentia.wordpress.com/2733/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/differentia.wordpress.com/2733/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/differentia.wordpress.com/2733/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/differentia.wordpress.com/2733/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/differentia.wordpress.com/2733/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/differentia.wordpress.com/2733/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/differentia.wordpress.com/2733/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/differentia.wordpress.com/2733/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/differentia.wordpress.com/2733/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=differentia.wordpress.com&amp;blog=10330285&amp;post=2733&amp;subd=differentia&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Internetkommunikation &#8211; Strukturen ohne Chefetage</title>
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		<pubDate>Sun, 01 Jan 2012 13:30:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Kusanowsky</dc:creator>
				<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>
		<category><![CDATA[Affektkontrolle]]></category>
		<category><![CDATA[Erwartungen]]></category>
		<category><![CDATA[Organisation]]></category>
		<category><![CDATA[Performativität]]></category>

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		<description><![CDATA[Diskussionen, die sich über Internetkommunikation ergeben, zerfallen entweder in Langeweile, in gegenseitigen Beileidigungen oder machen deutlich, dass die kantengenaue Trennung von Spaß und Ernst nicht mehr durchhaltbar ist. Dies kann man auf allen Plattformen beobachten, bei Blogs, in Listen, Foren, bei Twitter. Der Grund dafür scheint mir zu sein, dass die Internetkommunikation nicht den Erwartungen [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=differentia.wordpress.com&amp;blog=10330285&amp;post=2730&amp;subd=differentia&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Diskussionen, die sich über Internetkommunikation ergeben, zerfallen entweder in Langeweile, in gegenseitigen Beileidigungen oder machen deutlich, dass die kantengenaue Trennung von Spaß und Ernst nicht mehr durchhaltbar ist. Dies kann man auf allen Plattformen beobachten, bei Blogs, in Listen, Foren, bei Twitter. Der Grund dafür scheint mir zu sein, dass die Internetkommunikation nicht den Erwartungen auf Regelhaftigkeit entspricht, wie sie vor allem durch Organisationssysteme hergestellt werden. Die Strukturen der Internetkommunikation lassen keine Chefetage zu. Es gibt keine Sanktionierungsregeln, welche in der Interaktion den anwesenden Körper des Gegenübers beobachten könnte.</p>
<p>Beispielsweise zeichnete sich die althergebrachte Form der politischen Diskussion, wie sie sich in Organisationen zeigte, nicht nur durch eine halsbrecherische Humorlosigkeit aus, sondern vor allem dadurch, dass die Beteiligten sich gegenseitig mit überzogenen Ansprüchen an vernünftige Rede bedrängten, was konsequenterweise immer wieder die Affektkontrollen überprüfbar machte und damit die Eskalation unhaltbarer Erwartungen auf solche Ansprüche genauso anfeuerte wie unterdrückte. Die performative Ebene des Gesprächs bei gegenseitiger Wahrnehmung der Answesenheit war gleichsam die Prüfungsebene. Überzeugen konnte, wer besser &#8222;aufgestellt&#8220; war, wem es besser gelang den Widerspruch zwischen Handeln und Verhalten auszublenden, von ihm abzulenken. Dies gelang nicht selten dadurch, dass dieser Widerspruch selbst als Element in der Rhetorik berücksichtigt wurde, oder, schlimmstenfalls gar nicht bemerkt wurde. In Fall solcher Nachlässigkeit war dies dann der Grund für den Verlust von Vertrauenswürdigkeit, bis ihn zum Ansehensverlust und Rufschädigung.</p>
<p>Dieses Problem entstand deshalb, da dieser Widerspruch eigentlich durch Sanktionsstrukturen der Selbstbeobachtung entzogen wurde, oder nur in selten Ausnahmefällen als selbstreferenzieller Verweis benutzt werden konnte, wenn zugleich die Ermittlung der  kommunikativen Situation sicher stellle, dass eigentlich um etwas anderes ging. Gelang dies nicht, hatte man es mit unerwünschter Störung zu tun, etwa als Zurechnung auf &#8222;albernem Verhalten&#8220;, das in Organisationen immer noch höchst unzulässig ist.<br />
Das Interessante an der Interkommunikation könnte wohl sein, dass langsam gelernt wird, wie man mit dem performativen Selbstwiderspruch umgehen könnte. Dieser Selbstwiderspruch kommt normalerweise in der Erwartung zum Ausdruck, von der Gegenseite nur vernünftige Argumente zu akzeptieren, womit fraglich wird, ob dieser Anspruch selbst vernünftig ist, weil diese Erwartung auch von der Gegenseite erbracht wird und notwendig die Skepsis steigert, wenn man bemerkt, dass beim Durchlauf durch diese Routine keiner mehr etwas Vernünftiges zu sagen hat. Was macht man also, wenn dieser Selbstwiderspruch immer aufdringlicher die Selbstbeobachtung dirigiert? Man vermeidet, man verschweigt ihn nicht mehr, sondern inszeniert ihn, womit letztlich das Problem der Diskussion in Indifferenz überführt und auf eine weitere Ebene der Beobachtung gehoben wird. (Daher diese Rede von &#8222;<a title="Der Metascherz der post-privacy" href="http://differentia.wordpress.com/2011/11/27/der-metascherz-der-post-privacy/">Metascherzen</a>&#8222;).<br />
Wenn man in Erfahrung gebracht hat, dass erstens Argumente nicht mehr überzeugen wegen der prinzipiellen Kontingenz all dessen, was argumentierbar ist, und dass zweitens auch die Beschimpfung und Beleidung nichts anderes erbringt als die wiederholte Beobachtung der Unzugänglichkeit der Argumente für einander, so muss schließlich die Eskalation auf der Affektebene weiter geführt werden. Aber jetzt unter der Bedingung der Selbstbeobachtung der Affekte, weil ja jeder allein vor einer Anschlussfindungsendungstelle (Computer) sitzt, was dazu führt, dass die Geringschätzungen der Gegenseite durch Selbstwertschätzung reflektiert werden. Zweck der Kommunikation ist dann nicht mehr ein Trainingsprogramm, das Vernunft heran züchten könnte um zu überzeugen, sondern eines, dass die Affektkontrolle selbst kontrolliert mit dem Ergebnis, dass, wer zuerst dabei beobachtet wird, die Ernsthaftigkeit aufzugeben, wer zuerst die Affektkontrolle fallen lässt, nicht nur Humorcharakter einer solchen Diskussion zeigt, sondern damit auch Anlässe liefert, um zu testen, ob sich auch dieser Humor letztlich als unhaltbar erweist. Kontrolliert würde dann der Kontrollverlust der Affektkontrolle.</p>
<p>Für die Erarbeitung von Regeln, die die soziale Wildnis in Ordnung überführen, dürften damit gänzlich andere Ausgangsbedingungen geschaffen sein, welche allerdings, solange immer noch das Eingreifen einer Chefetage erwartet wird, ihre <a title="Die Internetkommunikation versäumt ihre Möglichkeiten" href="http://differentia.wordpress.com/2011/06/16/die-internetkommunikation-versaumt-ihre-moglichkeiten/">Möglichkeiten nicht entfalten</a> können.</p>
<br /> Tagged: <a href='http://differentia.wordpress.com/tag/affektkontrolle/'>Affektkontrolle</a>, <a href='http://differentia.wordpress.com/tag/erwartungen/'>Erwartungen</a>, <a href='http://differentia.wordpress.com/tag/organisation/'>Organisation</a>, <a href='http://differentia.wordpress.com/tag/performativitat/'>Performativität</a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/differentia.wordpress.com/2730/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/differentia.wordpress.com/2730/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/differentia.wordpress.com/2730/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/differentia.wordpress.com/2730/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/differentia.wordpress.com/2730/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/differentia.wordpress.com/2730/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/differentia.wordpress.com/2730/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/differentia.wordpress.com/2730/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/differentia.wordpress.com/2730/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/differentia.wordpress.com/2730/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/differentia.wordpress.com/2730/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/differentia.wordpress.com/2730/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/differentia.wordpress.com/2730/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/differentia.wordpress.com/2730/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=differentia.wordpress.com&amp;blog=10330285&amp;post=2730&amp;subd=differentia&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Das Ende der transzendentalen Subjektivität 5 #shitstorm #hassspass</title>
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		<pubDate>Thu, 29 Dec 2011 10:48:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Kusanowsky</dc:creator>
				<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>
		<category><![CDATA[Massenmedien]]></category>
		<category><![CDATA[Shitstorm]]></category>

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		<description><![CDATA[zurück zu Das Ende der transzendentalen Subjektivität 4 Ein Shitstorm ist daraum etwas ganz anderes als das, was von Massenmedien für Massenmedien kommuniziert wird. Massenmedien brauchen für Skandalinszenierungen Obszonitäten, die nur als menschliches Unvermögen das Scheitern an zivilisatorischen Ansprüchen und Versprechungen erklären; nur das Scheitern von Menschen, beobachtet und vermittelt durch Massenmedien, kann als Legitimation [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=differentia.wordpress.com&amp;blog=10330285&amp;post=2682&amp;subd=differentia&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>zurück zu <a title="Das Ende der transzendentalen Subjektivität 4 #shitstorm #hassspass" href="http://differentia.wordpress.com/2011/12/20/das-ende-der-transzendentalen-subjektivitat-4-shitstorm-hassspass/">Das Ende der transzendentalen Subjektivität 4</a></p>
<p>Ein Shitstorm ist daraum etwas ganz anderes als das, was von Massenmedien für Massenmedien kommuniziert wird. Massenmedien brauchen für Skandalinszenierungen <a title="Tabu und Verbot – Überlegungen zur Empirieform der modernen Gesellschaft 5" href="http://differentia.wordpress.com/2010/10/30/tabu-und-verbot-uberlegungen-zur-empirieform-der-modernen-gesellschaft-5/">Obszonitäten</a>, die nur als menschliches Unvermögen das Scheitern an zivilisatorischen Ansprüchen und Versprechungen erklären; nur das Scheitern von Menschen, beobachtet und vermittelt durch Massenmedien, kann als Legitimation eines Menschenstolzes aufgefasst werden, weshalb es übrigens Massenmedien auch keinerlei Schwierigkeiten bereitet, <a title="Freund und Feind" href="http://differentia.wordpress.com/2011/04/03/freund-und-feind/">Menschen durch den Dreck</a> zu ziehen (Beipiel: <a title="Die Loveparade des Jörg Kachelmann" href="http://differentia.wordpress.com/2010/10/06/die-loveparde-des-jorg-kachelmann/">Jörg Kachelmann</a>), zumal, wenn diese Menschen auch noch selbst als Medienschaffende an der Erzeugung solcher Obszonitäten prominent beteiligt sind. Etwas ähnliches gilt auch, sofern Rechtssubjekte adressabel sind, z.B. Unternehmen oder Parteien, aber auch in solchen Fällen taucht Empörung als moralische Empörung über das Versagen von Menschen auf. Doch sind solche Empörungsroutinen nur deshalb durchführbar, weil sie für den Quantifizierungscode der Massenmedien ideal geeignet sind, um das System dauerhaft stabil zu halten: Nur Auflage, Einschaltquote, Reichweite und Werbeeinnahmen garantieren das. Es müssen darum immer wieder Skandale erzeugt werden, um auf diese Weise die Legitimation des massenmedialen Systems wachzuhalten. Die Missstände, auf welche massenmediale Empörung aufmerksam macht, können niemals beseitigt werden, solange eines ganze Industrie davon lebt. Man könnte auch sagen, die Missstände in der Gesellschaft sind für Massenmedien nicht das Problem, sondern die Lösung.</p>
<p>Darum erscheint es sehr fragwürdig zu sein, wenn man einen Shitstorm, wie er sich im Internet ausbreitet, als Empörungsroutine auffassen möchte. Natürlich mag auch die Katharsis, die ein Shitstorm nach sich ziehen könnte, als Reinigungsritual der Affirmation dienen, indem durch Empörungsbekundungen solche Missstände mit Erlaubnis versehen werden, die sich ohnehin schon bemerkbar gemacht haben. Auch Shitstorms schaffen die Missstände nicht aus der Welt, sondern legitimieren sie paradox: die Legitimation geschieht durch Leugnung dessen, was ohnehin niemand aufhalten kann. So zeigt sich, dass die Empörungsroutine eines Shitstorms eigentlich nur sich selbst legitimiert, und &#8211; anders als bei konventionellen Massenmedien &#8211; auch gar nichts anderes leisten kann und will. Massenmedien reprodzieren sich selbst stets über Fremdreferenz. Die Eigenkonstruktionen des Systems werden ausschließlich fremdreferenziert, was sich bei Journalisten in der durchaus dümmlich zu nennenden Maxime ausdrückt, nur über das zu berichten, was sich wirklich ereignet hat, worüber man aber nur etwas wissen kann, wenn man der Berichterstattung folgt. Ein massenmedialer Journalismus lässt sich nicht über die Eigenkonstruktivität seiner Wirklichkeit informieren, auch dann nicht, wenn der größte Teil aller Berichterstattung nichts anderes ist, als Berichterstattung über Berichterstattung. Das Selbstbeschreibungsprogramm der Massenmedien bleibt ganz rigide der <a title="Definition der Dokumentform" href="http://differentia.wordpress.com/2011/08/01/defintion-der-dokumentform-systemtheorie/">Dokumentform</a> verhaftet: auch die Thematisierung von Selbstreferenzialität wird ausschließlich fremdreferenziell vorgenommen. Die Beobachtung ihrer selbstreferenziellen Operationsweise wird von ihnen selbst vollständig blockiert, und muss notwendig vollständig blockiert werden, weil andernfalls ihre Glaubwürdigkeit, Vertrauenwürdigkeit und Verlässlichkeit zerbräche.</p>
<p>Für die Internetkommunikation lässt sich dieses &#8222;Selbstreferenzverbot&#8220; nicht mehr durchhalten. Eher ist es umgekehrt: die Internetkommunikation kann und braucht die Beobachtung ihrer selbstrefernziellen Operativität gar nicht zu verschleiern, erst die Beobachtung ihrer Selbstreferenzialität macht sie eigentlich attraktiv. Für Shitstorms dürfte dann gelten, dass sie nicht das sind, wofür man sie halten möchte.</p>
<p><a title="endedertrw" href="http://differentia.wordpress.com/2012/01/04/das-ende-der-transzendentalen-subjektivitat-6-systemtheorie-scholastik/">Fortsetzung</a></p>
<br /> Tagged: <a href='http://differentia.wordpress.com/tag/massenmedien/'>Massenmedien</a>, <a href='http://differentia.wordpress.com/tag/shitstorm/'>Shitstorm</a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/differentia.wordpress.com/2682/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/differentia.wordpress.com/2682/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/differentia.wordpress.com/2682/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/differentia.wordpress.com/2682/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/differentia.wordpress.com/2682/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/differentia.wordpress.com/2682/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/differentia.wordpress.com/2682/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/differentia.wordpress.com/2682/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/differentia.wordpress.com/2682/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/differentia.wordpress.com/2682/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/differentia.wordpress.com/2682/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/differentia.wordpress.com/2682/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/differentia.wordpress.com/2682/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/differentia.wordpress.com/2682/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=differentia.wordpress.com&amp;blog=10330285&amp;post=2682&amp;subd=differentia&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Immanuel Kant: Der Himmel über mir&#8230;</title>
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		<pubDate>Fri, 23 Dec 2011 12:38:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Kusanowsky</dc:creator>
				<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>
		<category><![CDATA[Kant]]></category>

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		<description><![CDATA[&#8222;Zwei Dinge erfüllen das Gemüt mit immer neuer und zunehmender Bewunderung und Ehrfurcht, je öfter und anhaltender sich das Nachdenken damit beschäftigt: der bestirnte Himmel über mir und das moralische Gesetz in mir.&#8220; Immanuel Kant, Der Himmel über mir, in: Rudolf Eisler: Kant-Lexikon (1930). Tagged: Kant<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=differentia.wordpress.com&amp;blog=10330285&amp;post=2724&amp;subd=differentia&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p>&#8222;Zwei Dinge erfüllen das Gemüt mit immer neuer und zunehmender Bewunderung und Ehrfurcht, je öfter und anhaltender sich das Nachdenken damit beschäftigt: <em>der bestirnte Himmel über mir und das moralische Gesetz in mir</em>.&#8220;</p></blockquote>
<p>Immanuel Kant, Der Himmel über mir, in: Rudolf Eisler: <a title="derhimmelübermi" href="http://www.textlog.de/32414.html">Kant-Lexikon</a> (1930).</p>
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