Die Welt hat zwei Seiten @StowasserFranz @DieNeonleuchte

von Kusanowsky

Die Welt hat zwei Seiten, eine einfache und eine doppelte Wirklichkeit:

Die Bilder des Tages kommen wieder, der Tag wird mindestens noch einmal so lang, er geht nicht sofort verloren,. Der Herr genießt den Tag in den Nachtstunden noch einmal, lernt, auf kleine Augenblicke zu achten, die sich neu kombinieren lassen. Der Herr kann selbst die Methoden des Traumes anwenden und neue Konstellationen herstellen, verdichten oder stenografisch komplexe Sachverhalte darstellen. Kann große Ereignisse klein und nebensächlich werden lassen und ganz kleine Nebensächlichkeiten groß aufblasen. Im Schreiben gestaltet sich dann die Welt seiner Erinnerung. Klingt ja fast wie eine Furcht davor, dass der Tag schnell verloren gehen könnte, klingt fast nach einer Angst vor dem Tod, dass alles blind und dunkel würde und auch keine kleinen Ereignisse mehr übrig blieben. In dieser Denkrichtung soll das Schreiben sein Leben verlängern. Indem er einige Stunden der Nacht noch einmal zum Tag macht, „rückgenießt“, verdoppelt er sein Dasein.

Verstanden werden diese Zeilen als ein Kommentar des Internutzers zu seiner Tätigkeit, als ein Verhältnis des Oneironauten zu seiner Wahrnehmung, als eine Methode des Paranoikers zu seiner Disziplin, welche sich jederzeit uneinverstanden erklärt,  Überzeugungen verhandelbar zu machen.

Die Welt, die ein Oneironaut verstehen will, hat zwei Seiten: eine die man kommunikativ in Anspruch nehmen darf und eine, die an Kommunkation scheitern muss.

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