Vorschlag für eine Konfliktalternative der Internetkommunikation @filterraum

von Kusanowsky

Kommunikation, sofern sie sich über Kritik irritert, und durch Kritik die Kommunikation fortsetzt, braucht Entscheidungsinstanzen, um die konfliktuelle Ordnung der Kommunikation ist Organisation zu überführen. Durch Organisation werden die Konflikte jedoch nicht entschieden. Vielmehr werden durch Entscheidungen nur neue Sachlagen hergestellt, die jederzeit wieder neue und dann ganz andere Konflikte erzeugen können.

Die Rhizomatik der Internetkommunikation lässt nun keine relevanten Entscheidungsinstanzen zu. Das heißt auch, dass alle Internetkommunikation sich jedem fremdreferenziell stabilisierten Ordnungsgefüge widersetzt. Und sofern diesem Widerstand durch Fortsetzung der Internetkommunikation kein weiterer Widerstand entgegengebracht werden kann, zerfällt die Internetkommunikation, sofern sie weiterhin fast nur Irritation über Kritik zulässt, in aussichtsloses Gefasel. Streng genommen heißt das, das die Internetkommunikation gar nicht mehr konfliktuell funktioniert und sie es damit überhaupt aussichtslos erscheinen lässt, eine maßgebliche Orientierungsinstanz könnte in Erscheinung treten.

Wer nach einem Ausweg sucht (“next level pease”) könnte darüber nachdenken, die kritische Diskussion zu beenden. Das heißt, es käme nicht mehr darauf an, nach vernünftigen Meinungen Ausschau zu halten; es gibt davon in Überfülle – daher das Problem. Statt Vernunft zu postulieren oder zu erwarten, müsste man versuchen, durch Fortsetzung der Internetkommunikation darauf zu achten, ob und wie sich selbst organisierende Ordnungsmuster zeigen, die einigermaßen stabil sind und kontingent auf Irritationen reagieren. Man müsste also forschend, experimentierend, assoziierend, entdeckerisch vor gehen, durchaus nach den bekannten Muster: Hypothesen formulieren, Prüfungsoperationen durchführen und die Ergebnisse verbreiten.

Anfangen könnte man ganz pragmatisch, indem man die Ergebnisse der Interkommunikation darauf hin beurteilt, wie sie zu bewerten wären, wenn es an einer solchen Entdeckerfreude mangelt.

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