Das fragmentarische Leben des Roland Barthes
von Kusanowsky
Ich liebe Fragmente. Sie sind unfertig, verzichten auf Geschlossenheit, stehen nicht unter dem Verdacht der Anmaßung, lassen Raum für Spekulationen, eröffnen neue Gedanken und spielen mit der Kombinatorik von Dingen, die man beim ersten Hinsehen nicht für möglich gehalten hat. Ein Meister der fragmentarischen Gedanken war Roland Barthes - der Denker, Dilettant und Dandy der Literaturwissenschaft, so eine Formulierung des Publizisten Matthias P.
Roland Barthes über Assoziologie 1973




@Kusanowsky – Danke, ein ganz wichtiger Hinweis. Ich werde diesem Buch sofort mit Nachdruck nachgehen, in meiner Hessischen Landesbibliothek, und wenn sie es nicht haben, sie erfordern, es sofort zu erwerben. Bislang sind sie meinen Bücherhinweisen (fast) immer gefolgt.
Zu Barthes: Als er noch lebte, habe ich einiges von ihm verfolgt. Leider kann ich nicht französich. Was ich spontan erinnere: Barthes hat einmal in einem Vortrag, ich glaube bei seiner Berufung in das Institut De France, provokant gesagt, die Sprache sei selber schon faschistisch. Sollte heissen: Die Sprache hat uns soziologisch semantisch kommunikativ fest im Griff, sie foltert uns, wenn wir nach Worten ringen und wenn uns die Begriffe fehlen. Man erinnere sich daran, was hierzu auch Luhmann gesagt hat: Das Gesagte sei das Gemeinte allemal schon nicht mehr. Die Sprache will jeden, der ihr nicht sklavisch zu folgen geneigt ist, möglichst sofort ins KZ stecken, ins Lager jener, die keine Beachtung finden und dann den intellektuellen Tod sterben müssen. (Und in diesem Sinne dann bei Barthes etwa weiter).
Also werde ich Linder lesen. Nochmals Danke für den Tipp und auch dem Autor des ursprünglichen Hinweises.